Henry van de Velde
Tea-gown
Aus: Album moderner, nach Künstlerentwürfen ausgeführter Damenkleider, 1900
Fotografie
Slg. Kunstmuseen Krefeld
© VG Bild-Kunst
Foto: Volker Döhne
AUF FREIHEIT ZUGESCHNITTEN
DAS KÜNSTLERKLEID UM 1900 IN MODE, KUNST UND GESELLSCHAFT

KAISER WILHELM MUSEUM
12. OKTOBER 2018 – 24. FEBRUAR 2019

Die Einheit von Kunst und Leben, nach der die Reformbewegungen um 1900 strebten, war Anlass für Künstler, auch das Kleid der Frau in ihre neuartigen Gestaltungsexperimente einzubeziehen. Die ästhetische Gestaltung wurde zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Reform, die auf die Umbrüche in Politik und Gesellschaft reagierte und einen neuen Kunstbegriff prägte. Ausgehend von der ersten Künstlerkleid-Ausstellung in Deutschland, die 1900 in Krefeld stattfand, untersuchen die Kunstmuseen Krefeld erstmals die komplexen Wechselbeziehungen zwischen freier Kunst, Kunsthandwerk, Mode, Fotografie, Tanz und Werbung im Kontext der Reformbewegung und stellen das Künstlerkleid als Teil der Idee des Gesamtkunstwerks vor. Das Bild der Frau in seinen unterschiedlichen Facetten – von der Frau als dekorativem Objekt bis zur Frau als Künstlerin und emanzipierter Unternehmerin – rückt ebenso in den Blick wie die europäischen Netzwerke: Zwischen den deutschen Zentren der Reformbewegung und der Wiener Werkstätte, der englischen Arts and Crafts Bewegung, vor allem der Glasgow School, und der Entstehung der Haute Couture in Paris insbesondere mit Paul Poiret lassen sich enge Verflechtungen aufzeigen.
Vorstellungen von Individualität und Persönlichkeit beziehungsweise gesellschaftlicher Rolle, die um 1900 neu entstehen, prägen bis heute unser Verständnis von Mode. Diese Zusammenhänge sollen in einem breit angelegten Rahmenprogramm für den Besucher erlebbar gemacht werden.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog in deutscher und englischer Sprache.

Kuratorinnen: Dr. Magdalena Holzhey und Dr. Ina Ewers-Schultz

Die Ausstellung wird unterstützt durch

   


Volker Döhne
Aus: Ohne Titel (bunt), 1979
Farbdiapositiv
Courtesy der Künstler
© Volker Döhne
VOLKER DÖHNE
SUCHER UND FINDER

KAISER WILHELM MUSEUM
16. NOVEMBER 2018 – 14. APRIL 2019

Die Frage, wie ein Bild funktioniert, verbindet Volker Döhne (*1953 Remscheid) auf ebenso subtile wie beeindruckende Weise mit dem Erzählen von Geschichten. Der Fotograf und Grafiker gehörte 1976 zu den ersten Studenten der berühmten Fotografieklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. In zahlreichen Bildreihen, die bis heute entstanden sind, untersucht er mit sachlicher Strenge geografische, soziale wie auch historische Räume des Rheinlands, des Bergischen und des Ruhrgebiets. Zwischen Wiederholung und Variation berichten die Fotografien zum Beispiel über Einblicke auf Autorückbänke, mit denen die Nutzer auf ungewöhnliche Weise porträtiert werden, oder über Besonderheiten des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die erste retrospektiv angelegte Einzelausstellung stellt das fotografische Werk von Volker Döhne in ausgewählten Themenkreisen wie Bunt (1978/79), Rheinstraße (1990) oder Umbau (2014) vor. Zugleich geben Kataloge, Plakate und Karten Aufschluss über die grafische Gestaltungssprache des Künstlers, der an der Akademie in Düsseldorf auch Entwerfen, Schrift und Buchkunst studiert hat. Beide Medien, Fotografie und Grafik, können erstmalig in Verbindung gesehen werden. Volker Döhne war von 1980 bis 2018 für die Kunstmuseen Krefeld tätig. Zur Ausstellung entsteht eine Edition.

Kuratorin: Dr. Sylvia Martin

SAMMLUNGSSATELLITEN
Die Sammlungssatelliten sind eine neue Reihe der Kunstmuseen Krefeld, mit der ein anderer Blick auf die Sammlung des Museums geworfen werden soll. Durch künstlerische Interventionen werden Sammlungskonvolute wie auch das Museum selbst aktiviert und dem Publikum ein neuer Zugang zu den Beständen ermöglicht. Künstler werden eingeladen, sich mit einzelnen Werken oder Konvoluten auseinander zu setzen und im Dialog neue Werke zu schaffen. Die Sammlung als identitätsstiftender Kern des Museums dient dabei als Ausgangspunkt und Katalysator für neue Arbeiten zeitgenössischer Künstler.
Künstlerische Leiterin der Reihe: Katia Baudin

Partner der Reihe Sammlungssatelliten: Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

 
 


Bik van der Pol
Married by Powers
Media City Seoul, Seoul 2016
Ausstellungsansicht
© Bik van der Pol
SAMMLUNGSSATELLIT#2
BIK VAN DER POL

KAISER WILHELM MUSEUM
16. NOVEMBER 2018 – 14. APRIL 2019

Im Kaiser Wilhelm Museum macht das Duo Bik van der Pol den zweiten Sammlungssatelliten, das bereits in der Vergangenheit Sammlungsbestände anderer Institutionen in ihre Projekte eingebunden hat. Jedes Projekt des Duos beginnt stets mit einer umfangreichen Investigation und Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ausstellungskontext. Ihre künstlerische Praxis zielt auf das Schaffen von Dialogen zwischen Öffentlichkeit und Museum ab. Dabei kooperieren sie mit lokalen Akteuren und dem Museumspublikum. Die Partizipation des Besuchers an ihren Projekten ist ein essenzieller Teil. Ihre Projekte stellen Plattformen für Kommunikationsaktivitäten verschiedener Gruppen dar. Die Künstler haben in der Vergangenheit bereits Interventionen in Museen erarbeitet, die sich mit Sammlungskonvoluten auseinander setzen. Beispielsweise hob ihre Intervention Married by Powers im Seoul Museum of Art und dem Frac Nord-Pas de Calais Werke hervor, die in Vergessenheit geraten waren. Die Künstler trafen eine Vorauswahl anhand aktueller Fragestellungen. Diese Auswahl wurde dann in Kollaboration mit Kuratoren und Designern in einem Display, das an ein Museumsdepot erinnerte, ausgestellt und durch Video-Interviews kontextualisiert.

Kuratorin: Constanze Zawadzky