Christian Falsnaes
Available, 2015
Telefon, Besucher
Kunstverein Braunschweig, 2015
Courtesy der Künstler und psm Gallery, Berlin
© Christian Falsnaes
CHRISTIAN FALSNAES
FORCE

KAISER WILHELM MUSEUM
23. MÄRZ – 24. JUNI 2018

Unter dem Begriff Partizipation wird in der Kunst eine Strategie verstanden, mit der ein Künstler die Besucher unmittelbar in eine Aktion oder Handlung verstrickt. Sie als BesucherIn sind aufgefordert, etwas zu tun. Ohne Ihre Teilhabe und Ihr Mitmachen existiert das Kunstwerk nicht.
Seit den 1950er Jahren hat sich die partizipatorische Kunst in vielfältiger Weise entwickelt. Wenn Christian Falsnaes (*1980 Kopenhagen) heute die Besucher auffordert, zu lachen, aufzuspringen, in die Hände zu klatschen oder ihm, dem Künstler, die Kleider vom Leib zu schneiden, dann ist es erstaunlich, wie bereitwillig die Menschen seinen Anweisungen folgen. Mit unterschiedlichen Handlungskonzepten, Spielformen und Settings animiert der dänische Künstler die Besucher, sich selbst als Individuum wie auch als Teil einer Gemeinschaft kennenzulernen. Dabei überprüft er immer wieder auch Funktionsweisen von Macht und Gehorsam. Wie weit wird eine Anweisung befolgt? Wann werden Grenzen überschritten? Gleichzeitig setzt sich Falsnaes mit dem Verhältnis zwischen der Vergänglichkeit der Aktion und der auf Dauer angelegten ästhetischen Präsenz des Werkes auseinander.
Für seine erste großangelegte museale Einzelausstellung entwickelt Christian Falsnaes eine Choreographie von verschiedenen interaktiven Räumen. Zwei neue Arbeiten konzipiert er speziell für das Kaiser Wilhelm Museum. Die Besucher können einige der Werke jederzeit selbstständig aktivieren. Während der Ausstellung ist der Künstler immer wieder selbst vor Ort, um Handlungen gemeinsam mit den Besuchern durchzuführen.

Zur Ausstellung entsteht ein Katalog.

Kuratorin: Dr. Sylvia Martin


Matali Crasset
Pemis de construiere, seit 2000
Schaumstoff, Stoff
180 x 70 x 72 cm
Foto: Patrick Gries
VON DER IDEE ZUR FORM
DOMEAU & PÉRÈS: DIALOGE ZWISCHEN DESIGN UND HANDWERK

KAISER WILHELM MUSEUM
18. MAI – 14. OKTOBER 2018

Die Ausstellung präsentiert erstmalig die umfangreiche Schenkung an Designmöbel, die die Kunstmuseen Krefeld im letzten Jahr von den französischen Herstellern Domeau & Pérès erhalten haben. Philippe Pérès und Bruno Domeau haben ihr handwerkliches Können und ihre Expertise ganz dem zeitgenössischen Design gewidmet und ermöglichen Designern ihre ambitioniertesten Träume zu verwirklichen. Mit Möbeln und Objekten in limitierter Auflage schreiben sie Designgeschichte. Die Schenkung umfasst rund 50 hochwertige Objekte wie auch Prototypen von den wichtigsten Vertretern des zeitgenössischen Designs, darunter Ronan & Erwan Bouroullec, Christophe Pillet, matali crasset, Martin Szekely, Eric Jourdan, Michael Young, Odil Decq und Möbel konzipiert von Sophie Taeuber-Arp. Die Objekte werden durch die Ausstellung in der Sammlung kontextualisiert und zusammen mit Konvoluten der bildenden sowie angewandten Kunst präsentiert. Mehr als 120 Jahre nach der Einweihung des ursprünglich als Museum für Kunst und Kunstgewerbe gegründeten Kaiser Wilhelm Museums verdeutlicht diese Ausstellung den interdisziplinären Geist der Krefelder Sammlung. Darüber hinaus wird sie den kreativen Entstehungsprozess von Möbeln anhand des Dialogs zwischen Handwerker und Gestalter (ob Künstler oder Designer) aufzeigen. Anlässlich der Ausstellung kooperieren die Kunstmuseen Krefeld mit dem Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein. Ein Team von Produktdesign- und Kommunikationsdesign-Studenten hat die Ausstellungsarchitektur und das Grafikdesign konzipiert, das in Abstimmung mit der Kuratorin umgesetzt wird.

Kuratorin: Katia Baudin, assistiert von: Constanze Zawadzky

Die Ausstellung wird unterstützt vom Bureau des arts plastiques des Institut Français in Deutschland


Peter Behrens
Geschäftsprospekt
Titelseite des Umschlags, 1909
Lithografie
Slg. Kunstmuseen Krefeld
Foto: Volker Döhne
DAS PRAKTISCHE UND DAS IDEALE
PETER BEHRENS ZUM 150. GEBURTSTAG

KAISER WILHELM MUSEUM
18. MAI – 14. OKTOBER 2018

Anlässlich des 150. Geburtstages von Peter Behrens arbeiten die Kunstmuseen Krefeld ihre umfangreichen Behrens-Bestände sowie die erhaltene Korrespondenz zwischen Peter Behrens und dem Gründungsdirektor des Kaiser Wilhelm Museums Friedrich Deneken erstmals auf und präsentieren sie in einer Ausstellung. Die Zusammenarbeit zwischen Behrens und Deneken zeigt den fruchtbaren Austausch zwischen Künstler und einem Museumsdirektor, der sein Programm einer ästhetischen Geschmacksbildung für den Alltag umzusetzen suchte – eben das Praktische und das Ideale miteinander in Einklang bringen wollte, wie es Behrens programmatisch in einem Brief an Deneken formulierte. Behrens' Weg vom Jugendstilkünstler zum wegweisenden Gestalter der Moderne stehen ebenso im Fokus der Präsentation wie das frühe Corporate Design, das er für die Anker Werke in Delmenhorst und als Gestalter sämtlicher Produkte der A.E.G. entwickelte.
Die Ausstellung und die begleitende Publikation entstehen in Kooperation mit dem MAK Köln und dem LVR Industriemuseum Oberhausen, die zeitgleich Ausstellungen zu Peter Behrens zeigen. Die Ausstellungsarchitektur wird in Zusammenarbeit mit Studierenden der Peter Behrens School of Arts Düsseldorf unter Leitung von Professor Thorsten Scheer konzipiert.

Kuratorin: Magdalena Holzhey

Die Restaurierung des Bestandes wird ermöglicht durch die Kulturstiftung der Länder.


Max Slevogt (1868 – 1932)
Parkansicht von Godramstein mit blau gedecktem Tisch, 1912
Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm
Slg. Kunstmuseen Krefeld
Foto: Volker Döhne
HIGHLIGHTS AUS DER SAMMLUNG

KAISER WILHELM MUSEUM
13. JULI – SEPTEMBER 2018

Die Sammlung der Kunstmuseen Krefeld zeichnet sich durch eine individuelle Vielfalt aus, die sich aus der Geschichte des Museums heraus entwickelt hat. Aus bürgerschaftlichen Engagement geboren und im reformatorischen Zeitgeist um 1900 gestartet, wurden die Kunstmuseen Krefeld in den 1950er Jahren zu einem der ersten Orte für internationale Kunst. Ausgehend vom späten Mittelalter und der Renaissance reicht der Sammlungsbestand heute über das 19. und frühe 20. Jahrhundert mit der Klassischen Moderne bis zur Kunst nach 1945 und zu aktuellen Positionen. Das Gesamtbild der Sammlung bestimmt dabei ein Miteinander von bildender und angewandter Kunst.
Nach den Präsentationen Das Abenteuer unserer Sammlung Teil I und II sowie Wechselausstellungen, in denen einzelne Bestände vorgestellt und kontextualisiert wurden, werden in den Sommermonaten auf der zweiten Etage des Kaiser Wilhelm Museum Hightlights aus der Sammlung zu sehen sein.


Henry van de Velde
Tea-gown
Aus: Album moderner, nach Künstlerentwürfen ausgeführter Damenkleider, 1900
Fotografie
Slg. Kunstmuseen Krefeld
© VG Bild-Kunst
Foto: Volker Döhne
AUF FREIHEIT ZUGESCHNITTEN
DAS KÜNSTLERKLEID UM 1900 IN MODE, KUNST UND GESELLSCHAFT

KAISER WILHELM MUSEUM
12. OKTOBER 2018 – 24. FEBRUAR 2019

Die Einheit von Kunst und Leben, nach der die Reformbewegungen um 1900 strebten, war Anlass für Künstler, auch das Kleid der Frau in ihre neuartigen Gestaltungsexperimente einzubeziehen. Die ästhetische Gestaltung wurde zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Reform, die auf die Umbrüche in Politik und Gesellschaft reagierte und einen neuen Kunstbegriff prägte. Ausgehend von der ersten Künstlerkleid-Ausstellung in Deutschland, die 1900 in Krefeld stattfand, untersuchen die Kunstmuseen Krefeld erstmals die komplexen Wechselbeziehungen zwischen freier Kunst, Kunsthandwerk, Mode, Fotografie, Tanz und Werbung im Kontext der Reformbewegung und stellen das Künstlerkleid als Teil der Idee des Gesamtkunstwerks vor. Das Bild der Frau in seinen unterschiedlichen Facetten – von der Frau als dekorativem Objekt bis zur Frau als Künstlerin und emanzipierter Unternehmerin – rückt ebenso in den Blick wie die europäischen Netzwerke: Zwischen den deutschen Zentren der Reformbewegung und der Wiener Werkstätte, der englischen Arts and Crafts Bewegung, vor allem der Glasgow School, und der Entstehung der Haute Couture in Paris insbesondere mit Paul Poiret lassen sich enge Verflechtungen aufzeigen.
Vorstellungen von Individualität und Persönlichkeit beziehungsweise gesellschaftlicher Rolle, die um 1900 neu entstehen, prägen bis heute unser Verständnis von Mode. Diese Zusammenhänge sollen in einem breit angelegten Rahmenprogramm für den Besucher erlebbar gemacht werden. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog in deutscher und englischer Sprache.

Kuratorinnen: Magdalena Holzhey und Ina Ewers-Schultz

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Ernst von Siemens-Kunststiftung.


Volker Döhne
Aus: Ohne Titel (bunt), 1979
Farbdiapositiv
Courtesy der Künstler
© Volker Döhne
VOLKER DÖHNE
SUCHER UND FINDER

KAISER WILHELM MUSEUM
16. NOVEMBER 2018 – 14. APRIL 2019

Die Frage, wie ein Bild funktioniert, verbindet Volker Döhne (*1953 Remscheid) auf ebenso subtile wie beeindruckende Weise mit dem Erzählen von Geschichten. Der Fotograf und Grafiker gehörte 1976 zu den ersten Studenten der berühmten Fotografieklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. In zahlreichen Bildreihen, die bis heute entstanden sind, untersucht er mit sachlicher Strenge geografische, soziale wie auch historische Räume des Rheinlands, des Bergischen und des Ruhrgebiets. Zwischen Wiederholung und Variation berichten die Fotografien zum Beispiel über Einblicke auf Autorückbänke, mit denen die Nutzer auf ungewöhnliche Weise porträtiert werden, oder über Besonderheiten des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die erste retrospektiv angelegte Einzelausstellung stellt das fotografische Werk von Volker Döhne in ausgewählten Themenkreisen wie Bunt (1978/79), Rheinstraße (1990) oder Umbau (2014) vor. Zugleich geben Kataloge, Plakate und Karten Aufschluss über die grafische Gestaltungssprache des Künstlers, der an der Akademie in Düsseldorf auch Entwerfen, Schrift und Buchkunst studiert hat. Beide Medien, Fotografie und Grafik, können erstmalig in Verbindung gesehen werden. Volker Döhne war von 1980 bis 2018 für die Kunstmuseen Krefeld tätig. Zur Ausstellung entsteht eine Edition.

Kuratorin: Dr. Sylvia Martin

SAMMLUNGSATELLITEN
Die Sammlungssatelliten sind eine neue Reihe der Kunstmuseen Krefeld, mit der ein anderer Blick auf die Sammlung des Museums geworfen werden soll. Durch künstlerische Interventionen werden Sammlungskonvolute wie auch das Museum selbst aktiviert und dem Publikum ein neuer Zugang zu den Beständen ermöglicht. Künstler werden eingeladen, sich mit einzelnen Werken oder Konvoluten auseinander zu setzen und im Dialog neue Werke zu schaffen. Die Sammlung als identitätsstiftender Kern des Museums dient dabei als Ausgangspunkt und Katalysator für neue Arbeiten zeitgenössischer Künstler.

Künstlerische Leiterin der Reihe: Katia Baudin
Partner der Reihe Sammlungssatelliten Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West
 


Bik van der Pol
Married by Powers
Media City Seoul, Seoul 2016
Ausstellungsansicht
© Bik van der Pol
BIK VAN DER POL

KAISER WILHELM MUSEUM
16. NOVEMBER 2018 – 14. APRIL 2019

Den Auftakt der Reihe im Kaiser Wilhelm Museum macht das Duo Bik van der Pol, das bereits in der Vergangenheit Sammlungsbestände anderer Institutionen in ihre Projekte eingebunden hat. Jedes Projekt des Duos beginnt stets mit einer umfangreichen Investigation und Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ausstellungskontext. Ihre künstlerische Praxis zielt auf das Schaffen von Dialogen zwischen Öffentlichkeit und Museum ab. Dabei kooperieren sie mit lokalen Akteuren und dem Museumspublikum. Die Partizipation des Besuchers an ihren Projekten ist ein essenzieller Teil. Ihre Projekte stellen Plattformen für Kommunikationsaktivitäten verschiedener Gruppen dar. Die Künstler haben in der Vergangenheit bereits Interventionen in Museen erarbeitet, die sich mit Sammlungskonvoluten auseinander setzen. Beispielsweise hob ihre Intervention Married by Powers im Seoul Museum of Art und dem Frac Nord-Pas de Calais Werke hervor, die in Vergessenheit geraten waren. Die Künstler trafen eine Vorauswahl anhand aktueller Fragestellungen. Diese Auswahl wurde dann in Kollaboration mit Kuratoren und Designern in einem Display, das an ein Museumsdepot erinnerte, ausgestellt und durch Video-Interviews kontextualisiert.

Kuratorin: Constanze Zawadzky
 


Museum Haus Esters, Krefeld
Ostansicht mit Wirtschaftshof
Foto: Volker Döhne
VOLKER DÖHNE
ÖFFENTLICHER STADTRAUM

FRÜHJAHR – HERBST 2018

Der zweite Sammlungssatellit im Jahr 2018 wird den Krefelder Stadtraum bespielen und die einjährige Sanierung der Häuser Lange und Esters künstlerisch dokumentieren. Beide Mies van der Rohe-Villen bleiben nächstes Jahr für den Ausstellungsbetrieb sowie für die Besucher geschlossen. In dieser Zeit wird der Fotograf Volker Döhne im Rahmen der Reihe der Sammlungssatelliten einen künstlerischen Blick auf die Häuser werfen und diese eher privaten Gebäude in den öffentlichen Raum bringen. Diese Fotografien werden auf Litfaßsäulen und Werbeflächen in Krefeld über das ganze Jahr verteilt plakatiert.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Krefelder Stadtmarketing als eine Vorstufe zum Bauhausjahr 2019 geplant.