![]() Haus Lange, Krefeld Westseite Foto: V. Döhne |
MEHR MIES: FRÜHE BINDUNGEN KREFELDER ARCHITEKTURTAGE
MUSEEN HAUS LANGE UND HAUS ESTERS Im Fokus dieses Wochenendes MEHR MIES stehen persönliche Bindungen und Beziehungen, die der international berühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe in seinen frühen Jahren eingegangen ist. Neben einem umfangreichen Führungsprogramm rund um die Häuser Lange und Esters blicken wir mit Georgia van der Rohe auf ihren Vater, stellen Lilly Reich und ihre Verbindung zu Mies vor und thematisieren das Aufeinandertreffen von Karl Ernst Osthaus und Mies.
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![]() Martin Schwenk Ohne Titel, 2011 Acrylglas, Kunststoff, Metall 250 x 230 x 190 cm © M. Schwenk Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf |
MARTIN SCHWENK HOME GROWN
MUSEUM HAUS LANGE Mit seinem ortsspezifischen Projekt Home Grown verwandelt Martin Schwenk (*1960 Bonn, lebt und arbeitet in Düsseldorf) Haus Lange in ein wundersames Herbarium, gefüllt mit einer phantastischen Pflanzenwelt. Es gleicht einem Gefäß, in dem unterschiedlichste Gewächse ob skulptural geformt, auf Papier oder der Wand gezeichnet die Räume durchziehen. Seit Mitte der 1990er Jahre setzt Schwenk sich mit den Resten einer kultivierten Natur auseinander, wie man sie in den Zwischenräumen der weitgehend zugebauten Sozialräume findet. Aus Rohstoffen wie Acrylglas, Polyester, Schaum, Gips oder Kunststoff entwirft er individuelle Pflanzenformationen, die anmutig und bizarr, künstlich und real zugleich erscheinen. Martin Schwenk verweist mit seiner fragilen, vorläufigen Vegetation auf unser heutiges, uneindeutiges Naturverständnis, das zwischen der Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und den virtuellen Möglichkeiten naturwissenschaftlicher Forschung pendelt.
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![]() Fabian Marcaccio Podium, 2011 Hanfseil, Kletterseil, Holz, Alkydharz, Silikon 238 x 208 cm © F. Marcaccio Courtesy Galerie Thomas Schulte, Berlin; Galerie Schmidt Maczollek, Köln |
FABIAN MARCACCIO SOME USA STORIES
MUSEUM HAUS ESTERS
Fabian Marcaccio (*1963 Rosario de Santa Fe, Argentinien, lebt und arbeitet in New York, USA) ist 2002 durch seine raumgreifende Inszenierung mit Malerei anlässlich der documenta 11 einem breiteren Publikum bekannt geworden. In den letzten Jahren greift Marcaccio auf seine frühen abstrakten Paintants Werke zurück, indem er deren Struktur mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen besetzt. Mit seinen neuen, auf der Basis von Hanf- und Kletterseilen entwickelten Rope Paintings erreicht Marcaccio zudem eine reliefartige Präsenz von unerhörter Farbigkeit, die buchstäblich in den Raum hinein quillt. Die eigens für Haus Esters erarbeitete Serie von ca. 15 Werken widmen sich vor allem Themen, die zur dunklen Seite der jüngsten amerikanischen Geschichte gehören: Themen wie der mexikanische Drogenkrieg, das Waco-Desaster in Texas, der von Jim Jones verordnete Massenselbstmord in Guyana, das Falludscha-Massaker oder die Schülermorde an der Columbine School.
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![]() Haus Esters, Krefeld Türgriff Foto: V. Döhne |
MEHR MIES: 1928 KREFELDER ARCHITETKURTAGE
MUSEEN HAUS LANGE UND HAUS ESTES 1928 in Krefeld: Mies van der Rohe beginnt mit dem Bau der Häuser Lange und Esters an der Wilhelmshofallee. Zwei moderne Gebäude wachsen in einem eher traditionellen Kontext empor. Die Krefelder Architekturtage MEHR MIES widmen sich dem damaligen Stadtbild und stellen zuvor und zeitgleich entstandene Gebäude von August Biebricher u.a. in ihrer architektonischen Sprache und gesellschaftlichen Bedeutung vor.
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![]() Anne Chu Putti (No 2 of 13), 2011 Bemalte Keramik 27,9 x 86,3 x 58,4 cm (Höhe variable) © A. Chu Courtesy die Künstlerin und 303 Gallery, New York |
ANNE CHU ANIMULA VAGULA BLANDULA
MUSEUM HAUS LANGE
In ihren Bildern und Skulpturen beschäftigt sich Anne Chu (*1959 New York, USA, lebt und arbeitet in New York) vorwiegend mit historischen Themen, wobei sie westliche und asiatische Kulturkreise in Dialog setzt. Sie bedient sich der Geschichte wie eines Steinbruchs und aktualisiert diese im Hinblick auf eine zeitgenössische Rezeption. Für die Krefelder Villa von Mies van der Rohe hat die Künstlerin ein spezielles Ausstellungskonzept entwickelt, in dem ganz unterschiedliche Charaktere einer vergangenen, antiken Welt das Haus bevölkern und ihm eine andere, anti-modernistische Atmosphäre verleihen. So schweben z.B. Putti, aus Ton geformt und farbig bemalt, in alle Richtungen durch die klaren Räume. Das Vorbild für diese Engelsgestalten lieferten römische Fresken aus Pompeji und Herculaneum. Darüber hinaus bezieht Anne Chu sich in einer Serie von farbigen Gouachen auf römische Statuen. Sie vereinfacht und verfremdet das antike Vorbild - selbst häufig eine römische Kopie nach griechischem Original - mit sich überlagernden Farbflächen und einer freien Linieführung. |
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![]() Paul Wember (li), Jean Tinguely (re) Museum Haus Lange, Krefeld 1960 |
VIBRIERENDE BILDER LÄRMENDE SKULPTUREN 1955-1963 EINE HOMMAGE AN PAUL WEMBER
MUSEUM HAUS ESTERS
Paul Wember ist als Museumsmann und großer Verfechter der aktuellen Kunst Legende. Er präsentierte in den 1950er und 60er Jahren junge Künstler wie Arman, Alexander Calder oder Yves Klein in den Krefelder Museen, als noch kaum ein anderes deutsches Museum an solchen Rebellen interessiert war. Um 1960 entstand unter seiner Regie ein besonderer Sammlungsbereich, der in seiner Vielfalt und Qualität einmalig ist und mit dem Wember Krefeld als Ort für die zeitgenössische Kunst fest etablierte: die Kinetik. Die Gattungsgrenzen der bildenden Kunst - wie die zwischen Skulptur und Malerei - lösten sich mit der Kinetik endgültig auf. Bewegung, Licht und Klang wurden nicht mehr nur malerisch simuliert, sondern als reale physikalische Gestaltungselemente eingebracht. Die Sammlung der Kunstmuseen Krefeld bietet ein breites Panorama der damals entstandenen künstlerischen Experimente: Vibrationsbilder, Lichtreliefs, rotierende Objekte, Klangskulpturen und sogar interaktive Kunstobjekte, die der Besucher mit gestalten kann. |
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